17. Mai - Internationaler Tag des Kinder- und Jugendtelefons
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Dachorganisation des Kinder- und Jugendtelefons in Deutschland beteiligt sich am Internationalen Tag des Kinder- und Jugendtelefons
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Stetig steigende Anruferzahlen zeigen den hohen Bedarf von Kindern und Jugendlichen nach Orientierungshilfe und Beratung
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Mehr als 2.900 ehrenamtliche Beraterinnen und Berater der "Nummer gegen Kummer" führten in 2007 rund 220.000 Beratungsgespräche
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Themen wie Mobbing und Ausgrenzung belasten Kinder und Jugendliche, die am Beratungstelefon Hilfe suchen
Der Internationale Tag des Kinder-
und Jugendtelefons am 17. Mai 2008 wurde von Child Helpline
International, dem internationalen Dachverband der Kinder- und
Jugendtelefone, gemeinsam mit der Internationalen Fernmeldeunion
(International Telecommunication Union), einer Sonderorganisation
der Vereinten Nationen initiiert. Unter dem Thema "Connecting
Children" machen die Kinder- und Jugendtelefone in 79
Ländern an diesem Tag auf das Recht der Kinder auf Hilfe,
Unterstützung und Schutz aufmerksam.
Modernen
Telekommunikationstechnologien wie Telefon und Internet kommen bei
der Umsetzung der Kinderrechte weltweit wachsende Bedeutung zu. In
Deutschland wurde das Kinder- und Jugendtelefon bereits 1980 ins
Leben gerufen und ist damit eines der ältesten in Europa. Die
Notwendigkeit dieses schnell und unkompliziert erreichbaren
Hilfeangebotes wird auch durch die langjährige Förderung
des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend anerkannt.
Nummer gegen Kummer e.V., die Dachorganisation des Kinder- und
Jugendtelefons, nimmt diesen Tag deshalb zum Anlass, zusammen mit
seinen 94 lokalen Mitgliedsverbänden in Deutschland, auf die
stetig steigenden Anrufzahlen am Kinder- und Jugendtelefon
hinzuweisen. Diese verdeutlichen den hohen Bedarf an
Orientierungshilfe und Beratung der Heranwachsenden. Seit 27 Jahren
bietet Nummer gegen Kummer e.V. - Mitglied im Deutschen
Kinderschutzbund - Kindern und Jugendlichen kostenlose und anonyme
Beratung bei Alltagsproblemen und in schwierigen Situationen an. So
konnten die über 2.900 ehrenamtlichen Berater und Beraterinnen
im letzten Jahr rund 830.000 Anrufe entgegennehmen, aus denen sich
circa 220.000 intensive Beratungsgespräche entwickelten. Oft
sind es eher "kleine Sorgen", die die Anrufenden
bedrücken, häufig geht es aber auch um existenzielle
Nöte, Gewalt in den Familien, Missbrauch oder Probleme mit
Drogen.
"Ich habe ziemliche Probleme in meiner Klasse.
Alle hacken nur auf mir rum, lästern hinter meinem
Rücken, machen mich überall schlecht und nehmen mir meine
Sachen weg … Könnt ihr mir helfen?"
(Mädchen, 12 Jahre). Mobbing und Ausgrenzung sind
beispielsweise Themen, die Kinder und Jugendliche am
Beratungstelefon seit Jahren zunehmend beschäftigen. Mobbing
wird dabei als systematische und gezielte Schikane verstanden, die
wiederholt und über einen längeren Zeitraum ausgeübt
wird. Kinder und Jugendliche werden dabei meist von Gruppen
Gleichaltriger (z.B. von Freunden oder Schulkameraden) systematisch
ausgegrenzt und isoliert. Allein zu diesem Thema wurden 2007 17.650
Beratungsgespräche am Kinder- und Jugendtelefon geführt.
Das sind 8% der insgesamt geführten Beratungsgespräche.
Durch den prozesshaften Ablauf haben die Opfer in fortgeschrittenen
Phasen nur geringe Aussichten, das Mobbing ohne Hilfe zu
unterbinden.
Aktuelle Forschungen bestätigen die Bedeutung des Themas: An
Grund- und weiterführenden Schulen wird eine große Zahl
von Kindern und Jugendlichen teilweise so massiv gemobbt, dass sie
noch als Erwachsene darunter leiden (Quelle: AJS Forum 1/2008). Um
Kindern frühzeitig bei der Lösung des Problems zu helfen,
werden die Berater und Beraterinnen am Kinder- und Jugendtelefon u.
a. auch auf dieses Thema speziell vorbereitet und laufend
fortgebildet. "Durch aktives Zuhören und gezielte Fragen
strukturieren die Beraterinnen und Berater das Gespräch.
Gemeinsam mit den Anrufenden entwickeln sie Wege, das Problem
anzugehen und sich im unmittelbaren Umfeld die nötige
Unterstützung zu holen.", erläutert Beate Friese,
Fachreferentin beim Dachverband Nummer gegen Kummer in Wuppertal.
"In die Lösung muss letztendlich auch das Umfeld einbezogen
werden. Eine einfühlsame und vertrauliche Erstberatung senkt
bei den Kindern die Hemmschwelle, sich weiterführende Hilfe zu
holen und trägt dazu bei, rechtzeitig die Weichen für
eine positive Weiterentwicklung zu stellen."
Die
Möglichkeit für Kinder, schnell und unkompliziert eine
erste Hilfe zu bekommen, wird weltweit gesehen. Ziel von Nummer
gegen Kummer e.V. ist es, in Zukunft noch mehr Kindern und
Jugendlichen, die Hilfe brauchen, zur Seite zu stehen. Dafür
muss das Kinder- und Jugendtelefon als gut erreichbares und
für alle Themen offenes Hilfsangebot dringend weiter ausgebaut
werden. So fehlen beispielsweise weitere Beratungsteams, um alle
Anrufe entgegennehmen zu können. Um auch diejenigen Kinder und
Jugendlichen zu erreichen, denen es schwer fällt, sich
Erwachsenen anzuvertrauen oder ihre Probleme verbal mitzuteilen,
sollen neue Hilfsangebote wie "Jugendliche beraten
Jugendliche" oder die zunehmend nachgefragte
"Internetberatung" bundesweit etabliert werden.
"Connecting children - kein Hilferuf eines Kindes soll
ungehört bleiben.", diese Zukunftsvision leitet nicht nur
die hauptamtlichen Kräfte, die hinter dem Netzwerk des Kinder-
und Jugendtelefons stehen, sondern auch die über 2.900
ehrenamtlich engagierten Beraterinnen und Berater. Und letztlich
auch die Deutsche Telekom AG, die die "Nummer gegen Kummer"
sowohl finanziell wie auch mit technischem Knowhow unterstützt
und im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements sämtliche
Verbindungskosten trägt. "Immer wenn ich
Probleme hatte, wurde ich beim Kinder- und Jugendtelefon gut
beraten.", so ein Heranwachsender, der sich in einer
Mail bedankte. Als niedrigschwelliges Beratungsangebot mit direktem
und präventiven Hilfecharakter ist das Kinder- und
Jugendtelefon längst zur führenden Beratungsinstitution
für Kinder und Jugendliche in Deutschland geworden.
Für die langfristige und nachhaltige finanzielle Förderung des Vereins Nummer gegen Kummer e.V. und seiner Mitglieder wirbt die Stiftung Deutsche Kinder-, Jugend- und Elterntelefone um Zustiftungen und Spenden. Nummer gegen Kummer e.V. ist aus dem Deutschen Kinderschutzbund hervorgegangen und diesem als Mitglied in seiner Zielsetzung verbunden.
Weitere Informationen und die aktuelle Statistik zu den Gesprächen am Kinder- und Jugendtelefon und am Elterntelefon finden Sie unter: www.nummergegenkummer.de
Kontakt
Nummer gegen Kummer e.V.
Kleiner Werth 34
42275 Wuppertal
Tel. 0202 259059-15
Kinder- und
Jugendtelefon
Beratungszeiten: Mo. bis Fr. von 15 bis 19
Uhr
Beratungszeiten: Mo., Mi. 9 bis 11 Uhr
Di., Do. 17 bis 19 Uhr
Spendenkonto: Deutsche Bank, BLZ 33070024, Konto-Nr. 2233898






