Kribbelbunt

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Das Spiel mit dem Feuer

Technische Sammlungen der Stadt Dresden
Draußen vorm Feuerlabor kann man es auf rotem Untergrund lesen: FEUER! Drinnen in den kühlen Räumen in der Junghansstraße mit dem spärlichen Licht dominieren metallverkleidete Pfeiler in kristallinen Formen, die eher an Eisskulpturen erinnern.

Wie eine Höhle betritt der Besucher die Räume der technischen Sammlungen mit der Ausstellung »Feuer! - Feuergefahren, Brandschutz, Feuerwehr« . Zentrum ist ein großer Raum mit Stuhlreihen vor einem Pult, das sehr an das Chemiezimmer in der Schule erinnert. Darüber soll eine große Dunstglocke für saubere Luft sorgen.

Michael Wendt ist schon mit dem Mischen von Chemikalien beschäftigt. Er erwartet in zehn Minuten zwanzig Grundschüler der vierten Klasse aus der Grundschule Johann Gottlieb Naumann und ein paar Siebenklässler, die sich spontan angeschlossen haben. Den Altersunterschied muss er irgendwie überbrücken und die Schwefelsäure hat noch nicht die rechte Konzentration. Trotzdem gibt er Auskunft über sein heutiges Programm. Seit drei Jahren arbeitet er in den technischen Sammlungen als Museumspädagoge und vereint den Lerneffekt mit Unterhaltung, Wissen mit Entertainment. Der gelernte Bühnenpyrotechniker, der auch als Kindergärtner gearbeitet hat, hat hier einen echten Traumjob gefunden.

Dann ist es endlich soweit. Kinder und Lehrer haben Platz genommen und die Show kann beginnen. Genau genommen gleicht die Aufführung eher einem Vortrag. Der Museumslehrer verschanzt sich nicht hinter dem Pult, sondern bezieht die Zuhörer mit kniffligen Fragen ein, streut hier und da einen praktischen Tip und ist sehr praxisnah. Schon seine ersten Worte machen neugierig: »Mit dem Feuer kann man spielen, soll man aber nicht…« Der legere Ton kommt gut und immer wieder melden sich die Kleinen. Nebenbei lernen alle, dass die Streichhölzer eigentlich Sicherheitszündhölzer heißen, der Steinzeitmensch, als er das erste Mal das Feuer in seine Höhle holte, leicht ersticken konnte und Zunder überall in der Natur zu finden ist.

Natürlich kommt auch bald der Experimentiertisch in der Mitte des Raumes zum Einsatz. Ein mit Wasserstoff gefüllter Ballon zerplatzt brennend in der Luft. Ein staunendes Raunen geht durch den Raum. »Noch einmal!« Aber hier wird jedes Experiment nur einmal gezeigt. Backpulver und Wasser in einer Flasche werden zu einem Kohlendioxidlöscher. »Das heißt natürlich nicht, dass die Feuerwehrleute in der linken Hosentasche Backpulver haben und in der rechten eine leere Ketchupflasche«, witzelt Michael Wendt. Was beim Benzinbrand passiert, wenn er mit Wasser gelöscht wird, zeigt ein anderes Experiment. Die Metallkulissen spiegeln das rote Licht der Flammen.

Am Ende sind Lehrer und Schüler begeistert. Für Ursula Jany mit ihrer Klasse wird es ein unvergesslicher Ausflug bleiben. Für den erfahrenen Mueumspädagogen war es eine Routineübung. Aber das wird man ihm das nächste Mal sicher nicht anmerken.

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